Die Chartanalyse wird auch technische Analyse, Charttechnik und visuelle Aktienanalyse genannt (manchmal auch Marktanalyse).
Die technische Analyse dient dazu, mittels historischer Charts (Charts sind grafische Darstellungen von Kursverläufen) und weiteren Techniken den künftigen Kursverlauf zu prognostizieren, um einen guten Zeitpunkt für den Aktienkauf oder -verkauf herauszufinden.
Charles Henry Dow (1851 bis 1902) ist der Vater der technischen Analyse. Er veröffentlichte 1884 den ersten Aktienindex, gründete 1889 das Wall Street Journal und veröffentlichte in diesem 1900 in einer Serie seine Theorien.
Charles Dow war davon überzeugt, dass alle kursbeeinflussenden Faktoren im Kurs selbst enthalten sind.
Auch entdeckte er, dass der Aktienmarkt von drei Trends bestimmt ist: dem primären langfristigen Trend (über 6 Monate), dem sekundären mittelfristigen Trend (zwischen 3 Wochen und 6 Monaten) und dem tertiären kurzfristigen Trend (wenige Tage bis 3 Wochen). Diese Trends verglich er mit den Wellen der Gezeiten - große Wellen, kleinere Schwappwellen und Kräuselwellen.
Darüber hinaus fand er heraus, dass langfristige Trends in drei Phasen verlaufen. Phase 1 ist die Insider-Phase, Phase 2 die Phase der öffentlichen Beteiligung (Trendfolger) und Phase 3 die Distributionsphase, in der Spekulanten kaufen und Insider verkaufen.
Chartanalyse-Trends werden in Aufwärtstrends, Abwärtstrends und Seitwärtstrends unterschieden. Wendet sich ein Trend, so wird in der Charttechnik von einer Trendwende gesprochen.
In Charts wird der historische Kursverlauf grafisch dargestellt. Es gibt verschiedene Charttypen: den Linienchart, den OHLC-Chart, den Candlestick-Chart und einige andere.
Am gebräuchlichsten ist der Linienchart, am aussagekräftigsten der Candlestick-Chart, der die meisten Möglichkeiten bietet, Stimmungen am Markt zu erfassen.
Charts werden entweder in arithmetischer (linearer) oder logarithmischer Skalierung angezeigt. Da die logarithmische Skalierung die Kursveränderungen in Prozent wiedergeben, sollte diese Darstellung bevorzugt werden.
Chartkonstruktionen unterscheiden sich auch durch die Einstellungen des betrachteten Zeitraums (von - bis) und dem Zeitintervall (z.B. 1 Kurs pro Tag).
Charttechniker oder Techniker - so nennt man die Anwender der Chartanalyse - versehen solche Chartkonstruktionen mit Linien (zum Beispiel Aufwärtstrend-, Abwärtstrend-, Unterstützungs-, Widerstandslinien, ...) und prüfen auch, ob sich im Kursverlauf Formationen bilden (zum Beispiel die Schulter-Kopf-Schulter-Formation, oder eine W-Formation, ...).
Beides, sowohl die Kursverläufe in Verbindung mit Linien als auch Formationen liefern dem Anwender der Charttechnik Signale. Dies können Einstiegssignale (kaufen) oder Ausstiegssignale (verkaufen) sein.
Um solche Signale auf sichereren Boden zu stellen, betrachten Anwender der technischen Analyse auch das Volumen und prüfen, ob dieses die entsprechenden Signale bestätigt.
Indikatoren werden ebenfalls dazu verwendet, Signale zu generieren und mit den Signalen der anderen Chart-Analysen zu vergleichen. Indikatoren sind zum Beispiel
Die Beschreibung der Chartanalyse liest sich nicht nur interessant, sie ist es auch und macht, wenn man sie in ihren Gründzügen beherrscht, sehr viel Spaß. Allerdings muss man sich in die technische Analyse zuerst hineinknien, um sie auch anwenden zu können. Hat man diese "Studienzeit" hinter sich, so kann man verlässlichere Anlageentscheidungen treffen und seine Aktiengewinne vergrößern.
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